MS-Access oder Power Platform
Die Diskussion, ob MS-Access "veraltet" ist und man heutzutage eher die Power Platform einsetzen sollte, steht sicherlich gerade in vielen Unternehmen zur Debatte.
Wie immer gibt es kein klares Ja oder Nein, und obwohl die Powerplatform "morderner" ist als eine MS-Access Insellösung, so gibt es die Pros und Cons abzuwägen.
Pro MS-Access Argumente sind:
- Schnellprototyping und kleine Insellösungen
- Für Einzelpersonen oder kleine Teams ist Access nach wie vor sehr schnell: Datenbank anlegen, Tabellen, ein paar Abfragen, ein Formular und Berichte - alles lokal und ohne Cloud oder Lizenzdiskussion.
- Gerade, wenn man lokale Dateien (Excel, CSV, dBASE, Textimporte) schnell relational strukturieren will, ist Access unschlagbar einfach.
- Komplexere SQL-Abfragen
- in Access lassen sich Abfragen „schachteln“, also aufeinander aufbauende Queries erstellen, die dann quasi wie Views funktionieren.
- In Power Platform (Power Apps, Dataverse) geht das ähnlich, aber dort ist das Konstrukt eher berechnete Felder, Ansichten und Filter - allerdings nicht so flexibel stapelbar wie in Access.
- VBA-Erweiterbarkeit
- VBA ist eine vollwertige Programmiersprache, mit dem man auch komplexe Funktionen programmieren und Abläufe automatisieren kann.
- Die Power Platform bietet Power Fx (Formelsprache, eher wie Excel), Power Automate für Workflows und Plugins/JavaScript in Dataverse. Das deckt viel ab, aber: VBA ist lokal oft direkter, flexibler, aber auch weniger einschränkend.
- On-Premise / ohne Cloud!
- Viele Firmen (insb. KMUs oder öffentliche Hand) haben rechtliche oder organisatorische Vorgaben, die Cloud-Lösungen erschweren.
- Access läuft vollständig lokal, oder in einem Fileshare / SQL-Server Backend - dafür ist die Power Platform klar auf Cloud und Microsoft 365-Umfeld ausgerichtet.
Die Stärken der Power Platform:
- Power Apps: Bietet Formulare, Logik (Power Fx), UI ähnlich wie Access-Formulare - aber webbasiert, mobilfähig, mit eingebautem Rollen- und Sicherheitsmodell.
- Dataverse & Power BI: Anziehen von Tabellen + Relationen, Berechnete Felder, Geschäftsregeln, einfache „Views“ und umfangreichen, zusammenklickbaren Dashboards.
- Power Automate: Ersetzt klassische VBA-Automatisierung (Workflows, Trigger, Mailversand, Datentransformation) und bietet viele Konnektoren zu verschiedenenen Systemen.
- Erweiterbarkeit: über Plugins (C#), JavaScript, API-Integrationen - allerdings meist aufwändiger als in MS-Access.
Fazit
- Wenige Nutzer, lokal, schnelle Entwicklung -> MS-Access
- Cloud, mobile Nutzung oder langfristige Weiterentwicklung -> Power Platform
Ich habe mich in letzter Zeit viel mit der Power Platform auseinandergesetzt und auch schon Einiges mit Power Automate oder Power BI in diversen Projekten getestet und gebe ihnen gerne eine Einschätzung, was für Sie möglicherweise am meisten Sinn macht.
Zurück zur Übersicht >